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Nachträgliche ordentliche Veranlagung

1 Nachträgliche ordentliche Veranlagung bei quellensteuerpflichtigen Personen

Eine nachträgliche ordentliche Veranlagung wird durchgeführt, wenn eine quellensteuerpflichtige Person mit steuerrechtlichem Wohnsitz im Kanton Bern oder ihr in rechtlich und tatsächlich ungetrennter Ehe lebender Ehegatte

  • nebst Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit weitere Einkünfte erzielt oder Vermögen hat wie zum Beispiel (nicht abschliessend):
    • selbstständige Erwerbstätigkeit,
    • Erwerbstätigkeit in der Schweiz für einen ausländischen Arbeitgebenden,
    • Alimente, Witwen- oder Waisenrenten (Kinder- und Waisenrenten),
    • in der Schweiz steuerpflichtiges Vermögen von mehr als CHF 150‘000,
    • ein in der Schweiz steuerpflichtiger Vermögensertrag von mehr als CHF 3‘000,
    • Lotteriegewinn von mehr als CHF 5‘474 (Alleinstehende) bzw. CHF 10‘948 (Verheiratete) (Lotteriegewinne),
    • Erwerb von Grundbesitz in einem anderen Kanton.

Solange die aufgeführten Bedingungen erfüllt sind, wird in den Folgejahren eine nachträgliche ordentliche Veranlagung von Amtes wegen durchgeführt. 

  • in einem Jahr ein quellensteuerpflichtiges Bruttoeinkommen von mehr als CHF 120‘000 erzielt (in den Folgejahren wird bis zum Ende der Quellensteuerpflicht eine nachträgliche ordentliche Veranlagung durchgeführt, auch wenn die Limite von CHF 120‘000 vorübergehend oder dauernd wieder unterschritten wird) 
  • bis spätestens 31. März des Folgejahres zusätzliche in den Quellensteuertarifen nicht oder nur teilweise berücksichtigte Abzüge geltend macht (Antragsformular), wie insbesondere

 

(Info für noV)

2 Verfahren

Bei einer nachträglichen ordentlichen Veranlagung finden die ordentlichen Verfahrensbestimmungen (Veranlagungsverfahren) sowie die Steueranlage der Wohnsitzgemeinde Anwendung. Die geschuldete Einkommenssteuer wird aufgrund der ausgefüllten Steuererklärung erst nach Ablauf des Kalenderjahres ermittelt. Das steuerbare Einkommen bemisst sich nach den Einkünften des betreffenden Steuerjahres, wobei das gesamte weltweite Einkommen und Vermögen satzbestimmend berücksichtigt wird. Allfällige bereits im Kanton Bern abgerechnete Quellensteuern werden zinslos an die ordentliche Steuer angerechnet. Zu wenig bezogene Steuern werden zinslos nachgefordert und zu viel bezogene Steuern zinslos zurückerstattet. Auf dem Vermögensertrag zurückbehaltene Verrechnungssteuern können zurückgefordert werden (Rückerstattung der Verrechnungssteuer). Die quellensteuerpflichtige Person untersteht für ihr Einkommen aus unselbstständiger Erwerbstätigkeit weiterhin dem Quellensteuerabzug.

Will eine quellensteuerpflichtige Person zusätzliche Abzüge geltend machen, muss sie für jedes Steuerjahr bis spätestens 31. März einen entsprechenden Antrag (Antragsformular) einreichen. Bei dieser Frist bis Ende März handelt es sich um eine Verwirkungsfrist, das heisst auf verspätet eingereichte Anträge wird nicht eingetreten. Ein einmal gestellter Antrag kann nicht zurückgezogen werden. Reicht die quellensteuerpflichtige Person die Steuererklärung auch nach erfolgter Mahnung nicht fristgerecht oder nicht vollständig ausgefüllt ein, werden die geschuldeten Steuern nach pflichtgemässem Ermessen festgesetzt (Ermessenstaxation). Zusammen mit der Ermessenstaxation kann eine Busse wegen Verletzung von Verfahrenspflichten bis zu CHF 1‘000, in schweren Fällen oder im Wiederholungsfall bis CHF 10‘000 ausgesprochen werden. Ausserdem wird eine Mahngebühr erhoben (CHF 60).

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Fassung vom 20.08.2018

 

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