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Pflegeentschädigungen

1 Grundsätze

Pflegeentschädigungen beinhalten in der Regel Entschädigungen für die geleistete Arbeit und den Ersatz der entstandenen Unkosten (Kost, Unterkunft, Pflegeutensilien, weitere Nebenkosten). Steuerbar ist nur die erhaltene Entschädigung für die geleistete Arbeit. Der Ersatz der Unkosten ist als Spesenersatz steuerfrei.

Die Entschädigung für die geleistete Arbeit ist in der Steuererklärung als Lohneinkommen zu deklarieren. Der Ersatz der Unkosten ist nicht zu deklarieren. Wenn die Lohnentschädigung für die geleistete Arbeit und der Ersatz von Unkosten nicht separat ausgewiesen werden, kann der Anteil Unkostenersatz mit Pauschalen bestimmt werden (vgl. nachfolgend Ziffern 2 bis 4). Wenn keine Lohnausweise ausgestellt werden, muss das steuerbare Lohneinkommen der AHV gemeldet werden.

Entschädigungen für Pflegeleistungen mehrerer Jahre werden zum Rentensatz besteuert (vgl. Beitrag Kapitalabfindungen für wiederkehrende Leistungen).

Da die mit der Pflege verbundenen Unkosten in der Regel vollumfänglich entschädigt werden (Spesenersatz), fallen darüber hinaus in der Regel keine weiteren Kosten an. Das schliesst jedoch die Anwendung der gesetzlich vorgeschriebenen Gesamtpauschale für Berufskosten nicht aus.

Besondere Regeln gelten bei Pflegeleistungen in der Landwirtschaft (vgl. Ziffer 5).

2 Tages- und Familienpflege

Die Aufnahme eines Familienpflegekindes ist bewilligungspflichtig. Die Aufnahme eines Tagespflegekindes ist meldepflichtig. Auf der Homepage des kantonalen Jugendamtes sind Hinweise zur Bestimmung der Pflegeentschädigungen für Familienpflegekinder und Tagespflegekinder zu finden (Rubrik "Formulare/Merkblätter").

In den zugehörigen Berechnungsblättern werden das Nettoentgelt ("steuerrechtlich relevantes Nettoeinkommen") und der Auslagenersatz ("Ernährung, Unterkunft inkl. Wohnkosten, allgemeine Nebenkosten") separat ausgewiesen. Steuerbar ist nur das Nettoentgelt. Der Auslagenersatz bleibt steuerfrei.

Tagespflege:
Wird der Auslagenersatz bei der Tagespflege ausnahmsweise nicht separat ausgewiesen, ist von der Bruttoentschädigung auszugehen. Als steuerfreier Unkostenersatz können diesfalls folgende Tagespauschalen pro Kind in Abzug gebracht werden:

Auslagen: Betrag
Frühstück CHF 3
Mittagessen CHF 6 
Abendessen CHF 3 
Anteil Wohnkosten  CHF 5 

Bei der Festsetzung des steuerlichen Auslagenersatzes stützen wir uns auf die Hinweise zur Berechnung des Betreuungsgeldes für Kinder in Tagesfamilienbetreuung.

Familienpflege (Wochen- und Dauerpflege):
Die Berechnung des Pflegegeldes richtet sich nach Ziffer 4 der folgenden Grundlagen: Hinweise zur Berechnung des Pflegegeldes für Kinder in Familienpflege.

3 Gastfamilien für junge Erwachsene

Gastfamilien betreuen junge Erwachsene in schwierigen Situationen. Die Gastfamilien verfügen über eine Bewilligung des Kantonalen Sozialamts der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern oder eine Bewilligung der Vormundschafts- und Fürsorgebehörde der jeweiligen Wohnsitzgemeinde. Der Unkostenanteil wird von der vermittelnden Institution im Lohnausweis (Ziffer 13.1.2 mit Vermerk "Kost und Logis") separat ausgewiesen, so dass sich beim Ausfüllen der Steuererklärung keine besonderen Probleme ergeben. Betreibt die Gastfamilie einen Landwirtschaftsbetrieb, erhöhen sich die Naturalbezüge und Privatanteile gemäss Wegleitung Landwirtschaft pro betreute Person.

4 Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen

Bei der Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen im eigenen Haushalt gelten 15'600 Franken als Unkostenersatz. Werden separate Entschädigungen für die Kost und die Pflege geleistet, gelten folgende Beträge als steuerfreier Unkostenersatz:
- Entschädigungen für die Kost (Kostgelder): CHF 9'600
- Entschädigungen für die Pflege (Pflegegelder): CHF 6'000.

Entschädigungen, die darüber hinausgehen, gelten als steuerbares Lohneinkommen.

Die obigen Ansätze gelten, sofern die betreute Person im gleichen Haushalt wohnt. Entgegen dem Wortlaut des Steuergesetzes wird nicht verlangt, dass es sich bei den betreuten Personen um verwandte Personen handelt.

Bei der Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger kann es vorkommen, dass die Unkosten höher sind als die erhaltene Entschädigung. In diesen Fällen steht möglicherweise der Unterstützungsabzug offen. Wer in einem bestimmten Umfang an den Unterhalt von unterstützungsbedürftigen erwerbsunfähigen Personen beiträgt, kann einen Unterstützungsabzug vornehmen. Der Unterstützungsabzug ist zulässig, wenn Leistungen von mindestens CHF 4'600 (Kantons- und Gemeindesteuern) bzw. CHF 6'500 (direkte Bundessteuer) erbracht werden.

Beispiel: Für Kost und Logis wird eine Entschädigung von CHF 4'600 geleistet. Die tatsächlichen Aufwendungen betragen CHF 9'600. Somit bleiben CHF 5'000 ungedeckt. Bei den Kantons- und Gemeindesteuern kann der Unterstützungsabzug von CHF 4'600 vorgenommen werden. Bei der direkten Bundessteuer ist kein Abzug möglich, weil die Leistungen weniger als CHF 6'500 betragen.

5 Pflegeleistungen in der Landwirtschaft

Personen, welche gleichzeitig einen Landwirtschaftsbetrieb führen, können die Einnahmen und Ausgaben aus der Pflegetätigkeit in der geschäftlichen Buchhaltung (separate Sparte "Pflege") ausweisen. Die Aufwendungen für Kost und Logis richten sich in diesen Fällen nach der Wegleitung für die Land- und Forstwirtschaft. Für die betreuten Personen sind die Naturallieferungen und Privatanteile gemäss Wegleitung für die Land- und Forstwirtschaft erfolgswirksam zu erfassen.

6 Übersicht der steuerlichen Behandlung von Pflegeentschädigungen

Tabellarische Übersicht 

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Fassung vom 10.02.2020

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