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Tarifkorrektur

1 Geltendmachung von Kosten für internationalen Wochenaufenthalt (Tarifkorrektur)

Personen ohne steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz können zusätzliche Kosten, die mit ihrer Berufsausübung in der Schweiz im Zusammenhang stehen, im Rahmen einer sogenannten Tarifkorrektur geltend machen. Es handelt sich dabei insbesondere um folgende Abzüge:

  • Mietkosten am Aufenthaltsort im Kanton Bern
  • zusätzlicher Abzug für auswärtige Verpflegung
  • Fahrkosten vom ausländischen Wohnort zum Aufenthaltsort in der Schweiz
  • berufsbedingte Aus- und Weiterbildungskosten
  • Einzahlungen in die berufliche (2. Säule) oder gebundene Vorsorge (Säule 3a) einer schweizerischen Vorsorgeeinrichtung
  • Kinderabzug, wenn die entsprechende Tarifstufe im Quellensteuertarif nicht berücksichtigt wurde
  • Alimente (an Kinder) und Unterhaltsleistungen (an geschiedenen Ehegatten)

Der Antrag auf Tarifkorrektur muss für jedes Jahr bis spätestens 31. März des Folgejahres bei der Steuerverwaltung des Kantons Bern eingereicht werden. Die Quellensteuer wird für die ganze Steuerperiode neu berechnet und eine allfällige Differenz der quellensteuerpflichtigen Person zinslos zurückerstattet oder bei ihr zinslos nachgefordert.

2 Berechnung

Die Tarifkorrektur ist ein vereinfachtes Verfahren zur Korrektur der Quellenbesteuerung. Für die Berechnung werden sämtliche in der Schweiz steuerpflichtigen Erwerbs- und Ersatzeinkünfte des betreffenden Jahres zusammengezählt. Von dem so ermittelten Bruttojahreseinkommen werden die gewährten zusätzlichen Abzüge subtrahiert um das quellensteuerpflichtige Bruttoeinkommen festzusetzen. Dieses wird für die Ermittlung des satzbestimmenden Bruttolohnes durch die Anzahl der Erwerbsmonate geteilt. Die geschuldeten Quellensteuern werden mit dem anwendbaren Quellensteuertarif festgesetzt. Bei einem Tarifwechsel während des betreffenden Jahres werden die Quellensteuern für jeden Monat mit dem jeweils am Ende des Monats anwendbaren Tarif berechnet.

Kinderabzüge werden mit der entsprechenden Stufe im Tarif berücksichtigt (z.B. Tarif C3N). Da die verschiedenen Abzüge bei der direkten Bundessteuer einerseits und den Kantons- und Gemeindesteuern andererseits einer unterschiedlichen Beschränkung unterliegen (z.B. Fahrkostenabzug), wird für die direkte Bundessteuer und für die Kantons- und Gemeindesteuer je eine separate Berechnung vorgenommen. Die in den Quellensteuertarifen bereits pauschal berücksichtigten gesetzlichen Abzüge werden bei Geltendmachung höherer effektiver Abzüge wiederum auf den Bruttolohn aufgerechnet.

Beispiel:

in CHF: Kanton/Gemeinde   Bund
Bruttolohn abgerechnet 115‘000.00 115‘000.00
 ./. Mietkosten  12‘000.00   12‘000.00
 ./. auswärtige Verpflegung    6‘400.00    6‘400.00
 ./. Fahrkosten   6‘700.00  3‘000.00
 ./. Übrige Berufskosten1  3‘000.00  3‘000.00
 Aufrechnung der im Tarif enthaltenen Pauschalabzüge2  7‘200.00   7‘350.00
 Total Abzüge   20‘900.00  17‘050.00
 Quellensteuerpflichtiger Bruttolohn  94‘100.00  97‘950.00
 Satzbestimmender Bruttolohn (:12)  7‘841.65 8‘162.50
 Steuersatz gemäss Steuertabelle (Tarif C3N/2017)  9.393%  0.549%
 Geschuldete Quellensteuer

8‘838.80 

 537.75
1 3% des Nettolohnes gemäss Lohnausweis, hier CHF 100‘000.
2 Für die Kantons- und Gemeindesteuer sind CHF 7‘200, für die direkte Bundessteuer sind CHF 3‘900 plus 3% des Bruttolohnes als Berufskosten im Quellensteuertarif einberechnet.

 Weitere Informationen zur Tarifkorrektur können dem Merkblatt Q3 entnommen werden.

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Fassung vom 20.08.2018

 

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