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Privatanteil Geschäftsfahrzeug bei selbstständig Erwerbenden

1 Grundsatz

Bei selbstständiger Erwerbstätigkeit können die geschäfts- oder berufsmässig begründeten Kosten abgezogen werden (Art. 32 Abs. 1 StG). Als geschäftsmässig begründet gilt der Aufwand, welcher mit der betrieblichen oder beruflichen Tätigkeit entsteht (Art. 2 VgA). Nach den allgemeinen Regeln über die Beweislast muss die steuerpflichtige Person nachweisen, dass die geltend gemachten Kosten geschäftsmässig begründet sind.

Bei Personenunternehmen gehören alle Fahrzeuge, die ganz oder vorwiegend der selbstständigen Erwerbstätigkeit dienen, zum Geschäftsvermögen (Präponderanz). Zur Festlegung der Präponderanz sind die gefahrenen Kilometer für den Arbeitsweg der privaten Nutzung zuzuweisen.

Wird ein Geschäftsfahrzeug einer Personenunternehmung durch die Unternehmensinhaber teilweise privat genutzt, sind die anteiligen Aufwendungen geschäftsmässig nicht begründet und dürfen deshalb nicht der Erfolgsrechnung belastet werden. Es ist ein entsprechender Privatanteil auszuscheiden. Als Aufwendungen gelten die Fahr- und Unterhaltskosten sowie die fixen Kosten wie Versicherungen, Motorfahrzeugsteuer, Abschreibungen, Garagenmiete usw. Als private Nutzung gelten sämtliche Ferien-, Vergnügungs- und Freizeitfahrten. Die Kosten für den Arbeitsweg können beim selbstständig Erwerbenden im Rahmen seiner geschäftlichen Tätigkeit abgezogen werden. Er kann im Gegensatz zum unselbstständig Erwerbenden keine Berufskosten geltend machen.

Wird das Fahrzeug einer Einzelfirma überwiegend privat genutzt und ist es für die Ausübung des Berufs nicht erforderlich, ist es auszubilanzieren. Die Aufwendungen, welche im Zusammenhang mit dem Fahrzeug stehen, sind auszubuchen. Ist ein Fahrzeug zivilrechtlich im Eigentum einer Kollektiv- bzw. Kommanditgesellschaft, so ist eine Ausbilanzierung auch bei überwiegend oder ausschliesslich privater Nutzung nicht möglich. Der überwiegend oder ausschliesslich privaten Nutzung ist in diesem Fall mit einem Privatanteil von bis zu 100 Prozent der in der Buchhaltung verbuchten Kosten Rechnung zu tragen.

Bereits die Verfügbarkeit eines Fahrzeuges stellt ein geldwerter Vorteil dar. Besitzt der Inhaber einer Personenunternehmung einen privaten Zweitwagen, muss für das Geschäftsfahrzeug trotzdem ein Privatanteil ausgeschieden werden.

2 Ermittlung des Privatanteils

Da die Betriebskosten des sowohl privat als auch geschäftlich benützten Fahrzeuges in der Regel nicht genau ausgeschieden werden können, wird der jährliche Privatanteil an den Autokosten pauschal mit 9.6 Prozent des Kaufpreises (exkl. Mehrwertsteuer), mindestens aber CHF 1'800, festgelegt. Bei Leasingverträgen gilt mindestens der im Leasingvertrag vereinbarte Barkaufpreis (exkl. Mehrwertsteuer) als Bemessungsgrundlage für den Privatanteil. Werden mehrere Fahrzeuge pro Person in der Geschäftsbuchhaltung geführt, ist für das erste Fahrzeug ein angemessener Privatanteil auszuscheiden, für jedes weitere Fahrzeug beträgt der Privatanteil 100 Prozent der in der Buchhaltung verbuchten Kosten.

Der steuerpflichtigen Person steht es offen, den Privatanteil des Geschäftsfahrzeuges anhand der effektiven Kosten zu ermitteln. Der Nachweis für die privat bzw. geschäftlich gefahrenen Kilometer ist mittels Fahrtenbuch zu erbringen. Der uneingeschränkten Verfügbarkeit über das Geschäftsfahrzeug ist in der Regel mit einem Betrag von 20 Prozent der gesamten Fahrkosten Rechnung zu tragen.

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Fassung vom 01.10.2018

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